Pensionskasse der Genossenschaftsorganisation VVaG

FAQ

Mitglieder fragen, unsere Experten antworten

Als kompetenter Sparringspartner in allen Fragen zur betrieblichen Altersversorgung (bAV) haben wir immer ein offenes Ohr für unsere Mitglieder. Viele Fragen aus dem Bereich der bAV sind so interessant, dass wir unsere Antworten all unseren Mitgliedern zur Verfügung stellen möchten. Künftig werden wir in regelmäßigem Abstand eine Ihrer Frage ausführlich durch einen unserer Experten beantworten lassen.

lebenslange Rente

Warum eine lebenslange Rente der beste Schutz vor Altersarmut ist!

Die betriebliche Altersversorgung (bAV) stellt einen wesentlichen Baustein zur Schließung der Versorgungslücke aus dem sinkenden Absicherungsniveau der gesetzlichen Rentenversicherung dar. Gründe für das sinkende Absicherungsniveau des umlagefinanzierten gesetzlichen Rentenversicherungssystem sind vereinfacht einerseits die anhaltende Alterung der Bevölkerung und andererseits die sinkende Geburtenrate. Während der langen Phase der niedrigen Zinsen sind viele Arbeitgeber dazu übergegangen die bAV für ihre Arbeitnehmer neu zu strukturieren. Im Ergebnis haben sich daraus oftmals Zusagen entwickelt, die dem Arbeitnehmer mit seinem altersbedingten Ausscheiden eine Kapitalzahlung oder einen über mehrere Jahre gestreckten Auszahlungsplan versprechen. Diese Modelle mögen aus der Sicht junger Arbeitnehmer aufgrund der auf dem ersten Blick hohen Leistungen verlockend sein, sie stellen aber keine Strategie dar, die sowohl die regelmäßigen Ausgaben als auch die zusätzlichen Bedürfnisse im Alter abdecken kann. So wird die oftmals geteilte Annahme, dass mit zunehmenden Alter der Absicherungsbedarf abnehmen wird, sich in den meisten Fällen als riskante Fehleinschätzung erweisen, da neben den Kosten der Grundbedürfnisse auch die Ausgaben für Gesundheit, Pflege und altersgerechtes Wohnen oftmals steigen werden. Kapitalzahlungen und Auszahlungspläne, die bis zu einem bestimmten Alter berechnet sind, etwa 85 Jahre, bieten hier keinen ausreichenden Schutz (Siehe hier auch meinen Artikel zu Rentengarantiezeiten und das sich hieraus ergebene Versorgungsrisiko). Denn danach steht der Rentner ohne eine Absicherung seines Lebensstandards garantierenden lebenslangen Renten da. Natürlich kann niemand wissen, wie lange und in welchem Gesundheitszustand er oder sie lebt. Jedoch wird die Wahrscheinlichkeit sehr alt zu werden häufig deutlich unterschätzt. So hat die deutsche Aktuarvereinigung e.V. errechnet, dass ein 2003 geborener Mann selbst bei pessimistischer Einschätzung der Entwicklung der Lebenserwartung bei seinem Renteneintritt mit 67 Jahren eine voraussichtliche Gesamtlebenserwartung von weit über 86 Jahren hat. Die Wahrscheinlichkeit also, dass der männliche Rentenempfänger eines bis zum Alter 85 Jahre andauernden Auszahlungsplans nach dessen Beendigung noch lebt, beträgt ab Erreichen des Rentenalters immerhin rund 55 Prozent und für eine Frau sogar fast 86 Prozent. Somit muss jeder für sich entscheiden, ob er bereit ist eine Wette auf sein eigenes Langlebigkeitsrisiko einzugehen, bei dem die Chancen eindeutig gegen ihn stehen. Aus diesem Grund bietet die PKGeno seit jeher ausschließlich lebenslange Altersrenten an, die daneben im Todesfall auch den hinterbliebenen Lebenspartner absichern; denn wer will schon seinem Lebenspartner sagen, dass er/sie als Hinterbliebener auf sich selbst gestellt sein wird. Gerade in der bAV sehen wir es sogar als moralische Pflicht des genossenschaftlichen Arbeitgebers im Sinne einer erweiterten Fürsorgepflicht eine umfassende Altersversorgung anzubieten, die seinen ehemaligen Arbeitnehmern und dessen Hinterbliebene eine lebenslange Absicherung ihres Lebensstandards erlaubt. Dies gilt unseres Erachtens umso mehr, sobald der Arbeitgeber einen großen Teil der Prämie übernimmt oder diese wesentlich bezuschusst.

Diese Frage beantwortete das Vorstandsmitglied der PKGeno, Ralf Filipp. Der diplomierte Wirtschaftsmathematiker, Aktuar/CERA DAV und Steuerberater gehört seit Jahren zu den renommiertesten Experten der bAV in Deutschland. Exemplarisch ist er langjähriges Mitglied der DAV, DGVM und Mitglied in der Arbeitsgruppe Pensionskassen der DAV.

bAVFlex - Tarifoptionen

Hallo Herr Schluifelder, können Sie uns mit Ihren Worten erklären, was wir uns unter einer Tarifoption im Tarif bAVFlex vorstellen können?

Für Verträge über unser Haus mit einem Versicherungsbeginn ab 01. Januar 2024 gilt ausschließlich unser neuer Tarif bAVFlex. Dieser außergewöhnliche Tarif bietet durch seine Mischung aus Fonds- und Garantieprodukt ganz neue Ertragschancen. Die Entwicklung dieses Tarifs stand in unserem Haus unter dem Einfluss der Erfahrung der Niedrigzinsphase der letzten Jahre. Aus diesem Grund haben wir einen Tarif geschaffen, bei dem uns gelungen ist, Opportunität und Garantie zu einem attraktiven und marktgerechten Produkt zu kombinieren.

In meinen fast 25 Jahren in der Versicherungsbranche habe ich gelernt, dass die Versicherungsnehmer unterschiedliche Risikopräferenzen haben. Aus diesem Grund ist es in unserem Tarif möglich – soweit dies durch den Arbeitgeber zugelassen wurde – innerhalb von vier Tarifoptionen auch einen Fondsanteil von bis zu 40 Prozent und damit ein sehr attraktives Chance-Risiko-Verhältnis zu wählen.

Folgende vier Tarifoptionen stehen unseren Versicherungsnehmern zur Auswahl:

„safe“ Fondsanteil 0 % 100 % Anteil Basisversorgung
„soft“ Fondsanteil 15 % 85 % Anteil Basisversorgung
„medium“ Fondsanteil 25 % 75 % Anteil Basisversorgung
„power“ Fondsanteil 40 % 60 % Anteil Basisversorgung
Der Unterschied zwischen den vier verschiedenen Tarifoptionen zeigt sich darin, welcher Anteil des Beitrags bereits mit der ersten Beitragszahlung zu einem festgelegten Rentenbaustein in der Basisversorgung führt. Der Fondsanteil ist nämlich der Teil des Tarifs der als Opportunität ab dem 56. Lebensjahr sukzessive in die Basisversorgung umgewandelt wird und dann zusätzliche garantierte Rentenbausteine bildet. Bis dahin soll er durch die Investition in den ausschließlich für uns aufgelegten Dachfonds der Union Investment für die Altersversorgung einen Mehrertrag generieren. Mittels Fondsinvestitionen über eine lange Laufzeit ist es möglich insgesamt einen optimalen Mischeinstandskurs der Gesamtanlage zu erzielen. Entsprechend erfolgen auch die Fondsanlage auflösenden Umwandlungen stufenweise über einen 5-jährigen Zeitraum, so dass auch für den Fondsverkauf ein optimaler Mischkurs erreicht werden kann. Letzteres wurde in den Tarif aus Gründen der Kalkulierbarkeit der Rentenhöhe für den Versicherungsnehmer und zwecks Risikominimierung für den künftigen Altersrentner eingearbeitet.

Wichtig ist mir noch folgendes, um dieses anspruchsvolle Zusammenwirken von Opportunität und Garantie für den Arbeitgeber, die PKGeno und den versicherten Arbeitnehmer auch administrierbar zu halten, kann eine Änderung der Tarifoption für künftige Beiträge nur mit einer Frist von zwei Monaten zum Jahresende mit Wirkung ab dem folgenden Kalenderjahr ermöglich werden. Interessant ist auch zu wissen, dass ab Vollendung des 56. Lebensjahres für Neuabschlüsse ausschließlich die Tarifoption „safe“ gewählt werden kann. Ab Erreichen des Alters 61 werden unabhängig von der gewählten Tarifoption die Beiträge so behandelt, als wäre die Tarifoption „safe“ gewählt worden.

Alle Broschüren, Versicherungsbedingungen und weiteres Informationsmaterial zu diesem Tarif und seinen Optionen finden Sie bei Bedarf in unserem Downloadbereich.


Roland Schluifelder hat an der FH Koblenz seinen Betriebswirt für betriebliche Altersversorgung erfolgreich abgeschlossen. Der gelernte Betriebsinformatiker und Fachwirt für Finanzberatung (IHK) ist ein echter Praktiker mit jahrzehntelanger Erfahrung als selbstständiger Versicherungsmakler mit dem Schwerpunkt der betrieblichen Altersversorgung. Seit 2023 ist er Mitglied der erweiterten Geschäftsführung der PKGeno.

Nachhaltigkeit

Herr Berger, als Nachhaltigkeitsbeauftragter der PKGeno, erklären Sie bitte, was Sie unter Nachhaltigkeit verstehen, welche Strategie Ihr Haus bezüglich möglicher Nachhaltigkeitsrisiken verfolgt und welche Rolle Sie in dem Prozess genau bekleiden?

Kurz zusammengefasst: Wir befinden uns mitten im Implementierungsprozess eines für uns administrierbaren, E(nvironmental) S(ocial) G(overnment) – Systems. Für mich bedeutet ESG umweltschützendes, soziales und gesetzeskonformes Handeln. Sukzessive werden wir diese Nachhaltigkeitsaspekte in allen Teilbereichen der PKGeno berücksichtigen.

Für uns ist der Nachhaltigkeitsbegriff stark geprägt von ethischen Werten, also sehr einfach formuliert: was ist gut und was ist schlecht bzw. „böse“. Wir betrachten Nachhaltigkeit somit anhand eines philosophischen und eben nicht anhand eines ideologischen Gesamtzusammenhangs. Wir beobachten aus diesem Grund auch sehr genau die Versuche einiger politischer Protagonisten nachhaltige Handlungsmaxime ausschließlich für sich beanspruchen zu wollen und stehen diesem Ansatz sehr kritisch gegenüber. Für uns ist Nachhaltigkeit eine Grundsatzfrage und wird nicht als eigenständige Risikoklasse, sondern vielmehr als Teil der bereits betrachteten Risiken wie beispielsweise im Markt-, Kredit- oder Reputationsrisiko wahrgenommen. Dies ist aber eine Momentaufnahme, denn die Pensionskasse und ich sind bestrebt den Prozess fortlaufend weiterzuentwickeln. Auch steht die PKGeno vor der Herkulesaufgabe diesen Implementierungsprozess mit der in Deutschland hochkomplex und wenig anwenderfreundlich umgesetzten EU-Regulatorik in Einklang zu bringen. Seitdem ich im Jahr 2022 meine Tätigkeit als Nachhaltigkeitsbeauftragter aufgenommen habe, begleite ich diesen Transformationsprozess. In meiner Funktion als Nachhaltigkeitsbeauftragter stehe ich im direkten Dialog mit der Geschäftsleitung und werde bei den wesentlichen Entscheidungen einbezogen.

Unsere oben beschriebenen ethisch geprägten Grundwerte wirken sich seit unserer Gründung vor mehr als 50 Jahren auf unser Handeln aus.

Daher schließen wir spekulatives Investieren in Rohstoffe und Lebensmittel kategorisch aus. Wir zählen hierzu selbstverständlich auch spekulative Investitionen in Trinkwasser. Wir achten darauf, dass wir keine Anleihen von Staaten zeichnen, die sich nicht an die UN-Menschenrechtscharta halten, in denen es somit wiederholt zu schwerwiegenden Verstößen gegen die Menschenrechte kommt. Aus dem gleichen Grund ist es unser Ziel, nicht in Unternehmen zu investieren, die sich nachweislich nicht gesetzeskonform verhalten oder in begründetem Verdacht stehen (bei außereuropäischen Unternehmen reicht uns bereits ein Verdacht aus, um nicht zu investieren), in Menschen-, illegalen Waffen- oder Drogenhandel, Pornografie oder Glücksspiel verwickelt zu sein.

Die bereits jetzt schon bestehenden Grundsätze werden in einen umfassenden Prozess des ESG-konformen Investierens einfließen. Insofern diskutieren wir zunehmend alle Investitionsentscheidungen auch vor dem Hintergrund der ESG-Konformität. Sollten wir im Rahmen von extern gemanagten Fonds nur bedingte Einflussmöglichkeiten haben, wird explizit bei den Fondsgesellschaften erfragt, wie Nachhaltigkeitsrisiken berücksichtigt werden. Hinsichtlich unseres Spezialfonds bei Union Investment können entsprechende Informationen unter institutional.union-investment.de abgerufen werden.

Die obigen Ausführungen sind Bestandteil unseres Leitbilds und unserer strategischen Ausrichtung. Verschweigen darf man aber nicht, dass die PKGeno ihre Kapitalanlage an erster Stelle unter dem Aspekt der Verwaltung von „Sozialkapital“ umsetzt. Daraus resultiert der Grundsatz: „Sicherheit vor Rendite“ bei ausreichender Liquidität und auch das oberste Ziel der Pensionskasse: die dauerhafte Erfüllung der eingegangenen Verpflichtungen gegenüber ihren Mitgliedern. Letzteres hat somit die höchste Priorität bei allen Entscheidungen der PKGeno. Demzufolge berücksichtigt die Pensionskasse ethische, soziale und ökologische Faktoren nur insoweit, wie hierdurch die Erfüllung ihres primären Geschäftszwecks gewährleistet werden kann.

Auch das Risikomanagement befindet sich in einem Weiterentwicklungsprozess. Aufgrund des extrem hohen administrativen Aufwands in der Verwaltung, Dokumentation sowie der Ermangelung einer einheitlichen Taxonomie der anzuwendenden ESG-Kriterien ist bislang noch keine umfassende, sondern nur die oben beschriebene sequentielle Einbeziehung möglich.

Dennoch wurden bereits einige Schritte für das Gesamtunternehmen in die Wege geleitet. Die Pensionskasse lässt jährlich seit dem Jahr 2021 den CO2 Fußabdruck des Unternehmens berechnen und die verursachten Emissionen durch einen professionellen Partner „kompensieren“. Das weitere Vorgehen, um künftig nicht nur Emissionen auszugleichen, sondern den Verbrauch in Richtung Klimaneutralität zu minimieren, ist bereits in Planung. Zu diesem Zweck laufen aktuell auch gerade wieder entsprechende Umfragen zum jeweiligen individuellen CO2 Fußabdruck jedes einzelnen Beschäftigten bei uns im Haus.

Meiner Meinung nach sind wir auf einem guten Weg. Die gesamte Thematik ist mir eine Herzensangelegenheit, für die mir die volle Unterstützung der Geschäftsführung sicher ist.

Diese Frage beantwortete Günter Berger Nachhaltigkeitsbeauftragter der PKGeno.
Als gelernter Fluglotse und mehrjähriger Tätigkeit als Fluglotse in Frankfurt/M., anschließender Ausbildung zum Tontechniker in München und mehrjähriger Tätigkeit als Tontechniker steht er seit 2022 der PKGeno als Quereinsteiger in der Funktion des Nachhaltigkeitsbeauftragten zur Verfügung. Aufgrund seiner breiten Lebenserfahrung, verbunden mit einer gehörigen Portion Bodenständigkeit gepaart mit einer überdurchschnittlichen Auffassungsgabe ist er eine Bereicherung für die Pensionskasse und wird sowohl von seinen Kolleginnen und Kollegen sowie der Geschäftsleitung hochgeschätzt.

Vertiefend empfehlen wir bei Bedarf die formelle „Erklärung zu den Grundsätzen der Anlagepolitik nach § 234i VAG“ sowie die „Erklärung zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken gemäß Verordnung (EU) Nr. 2019/2088 (Offenlegungsverordnung)“, die Ihnen auf unserer Homepage zur Verfügung stehen. Mit Erstverabschiedung der Erklärung zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken gemäß Verordnung (EU) Nr. 2019/2088 (Offenlegungsverordnung) per 10.03.2021 hat die PKGeno den erklärenden (explain) Ansatz gewählt.

Risikomanagement

Hallo Frau Späth, Risikomanagement in der PKGeno, wie dürfen wir uns Ihre Arbeit vorstellen und worauf legen Sie dabei Ihren Fokus?

Unter Risiko ist allgemein die Möglichkeit ungünstiger künftiger Entwicklungen zu verstehen. Wie die Erzielung eines wirtschaftlichen Erfolges notwendigerweise mit Risiken verbunden ist, sind auch die unternehmerischen Betätigungen der Kasse aufgrund der Unsicherheit künftiger Entwicklungen mit Chancen und Risiken verbunden. Mit dem Altersversorgungssystem der PKGeno sind insbesondere finanzielle und versicherungstechnische Risiken verbunden, alle anderen Risiken fassen wir unter sonstigen Risiken zusammen. Jede dieser Risikogruppen überwachen wir kontinuierlich.

Die Risikostrategie der PKGeno orientiert sich hierbei weitgehend am Nutzen der Versicherungsnehmer, hier liegt unser Hauptaugenmerk. Das Unternehmen wird unter anderem über eine kontinuierliche und marktkonforme Erwirtschaftung von Überschüssen gesteuert, da deren Erzielung nicht nur unseren Versicherten „guttut“, sondern auch für die dauerhafte Erfüllbarkeit einer angemessenen Ausstattung mit Eigenmitteln erforderlich ist. Die PKGeno konzentriert sich darüber hinaus auch auf die Festigung und den soliden Ausbau des Bestandsgeschäftes und nimmt damit eine den Marktgegebenheiten angepasste Risikohaltung ein. Im Rahmen der Risikopolitik müssen unternehmerische Risiken eingegangen werden. Handlungen oder Entscheidungen dürfen jedoch keine existenzgefährdenden Risiken nach sich ziehen. Wie schnell so etwas gehen kann, konnten wir in den letzten Jahren mehrfach am Markt beobachten, oft mit sehr negativen Auswirkungen für die Versicherungsnehmer der jeweiligen Häuser.

Das auf die PKGeno zugeschnittene Risikomanagementsystem gewährleistet effizientes Arbeiten bei der Identifikation und Bewertung der Risiken, sowie bei der Kommunikation und Berichterstattung. Bestandsgefährdenden Risiken wird durch deren rechtzeitiges Erkennen und Ergreifen angemessener Maßnahmen entgegengewirkt. Die Einschätzung, Steuerung und Kalibrierung der Risikotragfähigkeit erfolgt durch Sensitivitätsanalysen, Stresstestberechnungen und Prognoserechnungen. Letzteres natürlich in enger Abstimmung mit unseren Fachleuten aus dem Rechnungswesen.

Vorrangiges Ziel ist es weiterhin, die Risiken der künftigen Entwicklung so zu steuern, dass die bestehenden und künftigen Verpflichtungen sowie die aufsichtsrechtlichen Solvabilitätsanforderungen erfüllt werden und die Erfüllbarkeit der Versicherungsverträge unter Berücksichtigung der vorhandenen Risikotragfähigkeit und Risikovorgaben gegeben ist. So schließt sich wieder der Kreis unseres Handelns mit Fokus auf den Nutzen für unsere Versicherten.

Die Zahlen der vergangenen Geschäftsjahre haben gezeigt, dass die Kasse auch in einem schwierigen Marktumfeld gut aufgestellt war, die Risiken „im Griff hatte“ und die daraus resultierenden Herausforderungen bestens gemeistert hat.

Diese Frage beantwortete Laura Späth in ihrer unabhängigen Risikocontrollingfunktion der PKGeno.
Laura Späth ist eine studierte Managerin mit Bachelorabschluss aus Rosenheim. Sie ist eine ausgewiesene Expertin im Bereich Risikomanagement und hat sich außerdem über Jahre der Beratung bei den Mitgliedern der Kasse den Ruf eines sehr geschätzten Consultants für betriebliche Altersversorgung erworben. Laura Späth ist seit 2023 Mitglied der erweiterten Geschäftsführung der PKGeno.

strategische Assetallokation

Herr Weber welche strategische Assetallokation (sAA) steckt hinter dem Fondsanteil des neuen Tarifs bAVFlex und wie ist diese entstanden?

Sie erlauben, dass ich hier etwas aushole. Wir sind Teil der Genossenschaftsorganisation mit starken Wurzeln in Bayern. Wir arbeiten sehr gut sowohl mit der DZ-Bank als auch mit Union Investment (UI) zusammen. Gleichwohl sind wir ein anspruchsvoller Partner, dem das Wohl der Versicherten, unserer Kolleginnen und Kollegen aus der Genossenschaftsorganisation, vorrangiges Ziel ist. Aus diesem Grund erfolgt unsere Anlage in unserem neuen Investmentfonds für den bAVFlex ausschließlich über einen Spezialfonds der Union Investment. Wir haben hier ein Expertenteam, welches schon seit Jahren sehr erfolgreich zusammenarbeitet. Aber was steckt jetzt konkret hinter der gewählten sAA? Seit Jahren beobachten wir die Märkte sehr genau und sind mit unseren bisherigen Strategien überaus erfolgreich. Jetzt haben wir uns aber für eine Optimierung unserer Kapitalanlage hin zu mehr Volatilität, also Chancen und Risiken, entschieden. Gemeinsam mit den Experten von Union Investment haben wir historische Returns und Volatilitäten sehr vieler verschiedener Assetklassen analysiert. Das Ergebnis dieser Untersuchung haben wir mit einer Prognose künftiger Entwicklungen dieser Assetklassen abgeglichen. Da sich unser Anlagefokus schon seit Jahren danach ausrichtet soziale und umweltverträgliche Investitionen zu bevorzugen, haben wir auch hier alle Investitionsentscheidungen vor dem Hintergrund der ESG-Konformität diskutiert und dann die unseres Erachtens werthaltigsten Assets berücksichtigt. So haben wir z.B. Investitionen in Rohstoffe, Lebensmittel oder Wasser trotz teilweiser sehr attraktiver Volatilität ausgeschlossen. Ausgehend von den mittelfristigen Ertragserwartungen und den historischen Volatilitäten ergibt sich hieraus dann unsere aktuelle sAA für den Fondsanteil des bAVFlex. Wir haben uns auf eine Handvoll chancenreiche Anlageklassen im Bereich Aktien (Welt, Euroland und Emerging Markets) sowie Anleihen (Staatsanleihen aus den Emerging Markets und weltweite Unternehmensanleihen) festgelegt. Im Anschluss haben wir dann wieder gemeinsam mit unseren Experten von Union Investment für die sechs erfolgreichsten Union Fonds entschieden, die in diese Anlageklassen investieren. In der Auflegungsphase bzw. in besonderen Marktsituationen kann dieses Portfolio aus Gründen der Ertragsstabilisierung eine etwas andere sAA aufweisen, wir werden aber Beimischungen mit Zunahme des Volumens des Fonds bei Union Investment bzw. nach einer unseres Erachtens stattgefundenen Normalisierung der Märkte wieder entsprechend reduzieren oder auflösen. Da wir uns aber in regelmäßigen Abständen hinterfragen kann es künftig natürlich zu Anpassungen der sAA führen. Aus diesem Grund haben wir uns auch dagegen entschieden die genaue Zusammensetzung und Bezeichnungen der gewählten Fonds bekanntzugeben. Aber die darin gehaltenen Fonds stehen exklusiv nur institutionellen Anlegern zur Verfügung und sind wahrscheinlich jedem Insider sehr gut bekannt. Darüber hinaus ermöglicht diese Auswahl von institutionellen Fonds eine für unsere Versicherten mehr als günstige Kostenstruktur des Fondsanteils, auch Ausgabeaufschläge oder Provisionen fallen hierbei nicht an. Des Weiteren erhält die Pensionskasse natürlich auch keine Provisionszahlungen der Union Investment. Ganz im Sinne unserer Mitglieder.

Diese Frage beantwortete der Vorstandsvorsitzende der PKGeno, Karsten Heinrich Weber. Der gelernte Kaufmann und diplomierte Bankbetriebswirt (BA), Volljurist und Rechtsanwalt gehört seit Jahren zu den erfolgreichsten Managern und Akteuren im Bereich Kapitalanlage und bAV in Deutschland. Exemplarisch ist er darüber hinaus langjähriges Mitglied verschiedener Beiräte und Aufsichtsratsmitglied in verschiedenen Unternehmen mit dem Fokus auf Alternatives.



Rentengarantiezeiten

Was ist eine Rentengarantiezeit, wie wirkt sich diese auf die Höhe meiner Rente aus und warum bietet mir die Pensionskasse keine Rentengarantiezeit an?

Böse Zungen würden die Rentengarantiezeit in der bAV als falschen „Fuffziger“ bezeichnen, denn sie ist grundsätzlich eine Todesfallleistung aus der privaten Rentenversicherung. Die Rentengarantiezeit wird oft in zweifacher Hinsicht missverstanden. Zum einen sorgt sie natürlich nicht dafür, dass Sie nur eine begrenzte Zeit ihre Altersrente erhalten, sondern sie dient der Absicherung Ihrer Hinterbliebenen im Todesfall. Ihre eigene Altersrente erhalten Sie bei allen Rentenversicherungen immer lebenslang, egal wie alt Sie werden – garantiert. Aber vereinbaren Sie zum Beispiel eine Rentengarantiezeit von 10 Jahren und versterben nach 5 Jahren Rentenbezug, dann erhalten Ihre Hinterbliebenen eine Todesfallleistung im Wert von den verbleibenden 5 Jahren der Rentengarantiezeit. Sollten Sie somit ab Rentenbeginn selbst 10 Jahre oder länger leben und dann versterben, wird keine Todesfallleistung mehr ausgezahlt. Und das ist oft das zweite Missverständnis, denn wenn Sie innerhalb der Rentengarantiezeit versterben, erhalten Ihre Hinterbliebenen keine lebenslange Hinterbliebenenrente, sondern nur die noch bis zum Ende der Garantiezeit ausstehenden Rentenzahlungen bzw. einen Kapitalbetrag, der diesen Wert repräsentiert. Das heißt also auch, dass mögliche Hinterbliebene bei einem Tod nach Ablauf der Garantiezeit keine Hinterbliebenenabsicherung mehr erhalten, und das dann oft im Alter 75 oder höher.

Aber selbst dieses für den Versicherten und dessen Hinterbliebene unbefriedigende Ergebnis ist nicht kostenlos, sondern die Vereinbarung einer Rentengarantiezeit verringert Ihre eigene Altersrente. Vergleichsberechnungen zeigen, dass eine Rentengarantiezeit von 30 Jahren die lebenslange Rente um bis zu 8 % verringert, während eine Rentengarantiezeit von 10 Jahren nur eine Verringerung um rund 0,5 % zur Folge hat. Aus diesem Beispiel wird ersichtlich, dass die Versicherung davon ausgeht, dass Sie in der Regel die Rentengarantiezeit von 10 Jahren selbst überleben werden und damit keine Zahlung zur Hinterbliebenenabsicherung mehr erfolgen wird.

Sofern Sie im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung (bAV) von einer Versicherung einen Rentenvertrag mit Rentengarantiezeit, aber ohne lebenslängliche Rente an Hinterbliebene angeboten bekommen, handelt es sich in der Regel um einen Tarif, der für die private Rentenversicherung entwickelt wurde und in Ihrem Fall für die bAV verwendet wird.

Wie machen wir es und warum machen wir es anders? Die PKGeno ist eine soziale Einrichtung nach dem Körperschaftsteuergesetz, die ausschließlich mit bAV–Produkten für die Arbeitgeber der Genossenschaftsorganisation tätig wird und ihre Tarife hierfür optimiert hat. In diesem Fall bedeutet das, dass Sie bei einer Zusage über die PKGeno immer eine lebenslange Altersrente und eine lebenslange Hinterbliebenenrente für Ihre/n berechtigten Partner/in erhalten.

Diese Frage beantwortete das Vorstandsmitglied der PKGeno, Ralf Filipp. Der diplomierte Wirtschaftsmathematiker, Aktuar/CERA DAV und Steuerberater gehört seit Jahren zu den renommiertesten Experten der bAV in Deutschland. Exemplarisch ist er langjähriges Mitglied der DAV, DGVM und Mitglied in der Arbeitsgruppe Pensionskassen der DAV.