Pensionskasse der Genossenschaftsorganisation VVaG

Anlagepolitik

Erklärung zu den Grundsätzen der Anlagepolitik nach § 234i VAG

(Gemeinsame Erklärung des Vorstands vom 09.07.2021)

Einleitung

Die Pensionskasse der Genossenschaftsorganisation VVaG ist ein kleinerer Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit im Sinne des § 210 des Versicherungsaufsichtsgesetzes (VAG). Primärziel ist es, den Beschäftigten von genossenschaftlichen und genossenschaftsnahen Unternehmen eine attraktive und sichere Ruhestandsvorsorge zu ermöglichen.

Als regulierte Pensionskasse wird die Pensionskasse der Genossenschaftsorganisation VVaG durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) beaufsichtigt. Die Pensionskasse erbringt den bei ihr versicherten Mitgliedern kapitalgedeckte Leistungen der betrieblichen Altersversorgung (Arbeitgeber- und/oder Arbeitnehmerfinanziert) in Form von Alters- und Berufsunfähigkeitsrenten sowie Hinterbliebenenrenten nach den Bestimmungen ihrer Satzung und Versicherungsbedingungen (neben Rentenleistungen bestehen auch unter Beachtung von Satzung und Versicherungsbedingungen gewisse Kapitalwahlrechte).

Die biometrischen Risiken Langlebigkeit, Invalidität und Tod (mit Hinterbliebenen) sind in den jeweiligen Tarif einkalkuliert. Neben den Kosten und dem Biometrie-Ergebnis, ist die wesentliche Ertragsquelle der Pensionskasse das Kapitalanlageergebnis. Neben Satzung und Allgemeinen Versicherungsbedingungen in den jeweils geltenden Fassungen gelten insbesondere die Bestimmungen des VAG und des Betriebsrentengesetzes (BetrAVG).

Gemäß § 234i VAG hat die Pensionskasse die Erklärung zu den Grundsätzen der Anlagepolitik gegenüber der Aufsichtsbehörde abzugeben und diese öffentlich zugänglich zu machen. Die Überprüfung dieser Erklärung zu den Grundsätzen der Anlagepolitik erfolgt bei der Pensionskasse der Genossenschaftsorganisation VVaG jährlich im Rahmen der Aktualisierung der internen Kapitalanlagerichtlinie. Auslöser für eine zusätzliche unterjährige Überprüfung können wesentliche Änderungen der Anlagepolitik oder neue regulatorische Vorgaben sein, die sich wesentlich auf die Anlagepolitik der Pensionskasse auswirken.

Kapitalanlagepolitik

Gemäß ihrem Leitbild ist für die Pensionskasse der Genossenschaftsorganisation VVaG eine langfristig durchdachte Unternehmensentwicklung von entscheidender Bedeutung. Sie zieht diese einer kurzfristigen Gewinnoptimierung vor. Die Kapitalanlagepolitik hat stets unter dem Aspekt der Verwaltung von „Sozialkapital“ zu erfolgen. Daraus resultiert der Grundsatz: „Sicherheit vor Rendite“ bei ausreichender Liquidität.

Die Kapitalanlage der Pensionskasse erfolgt gemäß den Vorgaben des gem. § 124 Abs. 1 VAG, § 1 Anlageverordnung i.V.m. Rundschreiben 11/2017 (VA). So wird sichergestellt, dass eine möglichst große Sicherheit, Rentabilität und Qualität bei jederzeitiger Liquidität unter Wahrung angemessener Mischung und Streuung erreicht werden kann. Interne Vorgaben sind in einer Kapitalanlagerichtlinie dokumentiert.

Die Kapitalanlagepolitik

der Pensionskasse erfolgt zwecks Risikodiversifizierung unter Berücksichtigung angemessener Streuung (Verteilung der Kapitalanlagen auf verschiedene Schuldner) und Mischung (Verteilung der Kapitalanlagen auf verschiedene Anlageformen), wobei der Schwerpunkt bei den zinstragenden Anlageformen (im Direktbestand und Fonds) sowie bei Immobilien bzw. Grundstücken im Direktbestand liegt, sodass die sich aus der Satzung und den Versicherungsbedingungen ergebenden Leistungen erfüllt werden können. Da die Verpflichtungen der Pensionskasse einen langfristigen Zeithorizont haben, wird auch für die Kapitalanlage ein langfristiger Anlagehorizont gewählt.

Mit Hilfe von Asset-Liability-Management-Studien wird regelmäßig anhand von entsprechenden Berechnungen überprüft, ob die Anlageseite die Verpflichtungsseite dauerhaft erfüllen kann und die in der Unternehmens- und Risikostrategie festgelegten Ziele und Beschränkungen eingehalten werden. Bei Verdacht auf Nichterfüllung wird die Aktiv- und Passivseite der Bilanz geprüft und bewertet und Handlungsoptionen eingeleitet.

Die strategische Ausrichtung in der Kapitalanlage und die Maßnahmen im Rahmen des Asset-Liability-Managements werden laufend überprüft und bei Bedarf angepasst. Durch eine kontinuierliche strategische und taktische Asset Allokation, welche eine Jahresplanung zur Kapitalanlagepolitik verbunden mit einer laufenden, mindestens aber monatlichen Risikokontrolle beinhaltet, wird dem Ganzen ebenso Rechnung getragen.

Primäre Ertragsziele sind die Erwirtschaftung des Rechnungszinses und die Erzielung eines der jeweiligen Marktlage entsprechenden Überzinses.

Sekundäres Ertragsziel ist die Erwirtschaftung eines über die primären Ertragsziele hinausgehenden Ertrages.

Die Erreichung der genannten Ziele dient unter anderem der Sicherstellung der Finanzierbarkeit der einzelnen Tarife.

Die Bedingungen auf dem Kapitalmarkt fordern von der Pensionskasse eine äußerst gewissenhafte Vermögensanlage. Die Kapitalanlagerisiken werden über eine überwiegend konservative Anlagestrategie breit verteilt.

Der Gesamtbestand der Anlagen

im Bereich der zinstragenden Wertpapiere (Schuldverschreibungen, Pfandbriefe, Investmentfonds aus dem Rentenbereich) sowie der sonstigen Ausleihungen wie Namensschuldverschreibungen und Schuldscheindarlehen stellen unverändert das Gros im Kapitalanlageportfolio dar. Auf direkte Engagements in Aktien verzichtet die Pensionskasse und stellt aber ein Aktienexposure über ein Wandelanleihenkonzept dar. High-Yield-Anleihen spielen im Rahmen der Kapitalanlage keine wesentliche Rolle. Um unverändert den Grundsatz „Sicherheit vor Rendite“ beizubehalten, investiert die Pensionskasse der Genossenschaftsorganisation VVaG zunehmend in alternative Investments und erwirbt vermehrt nicht zinsrisikotragende Produkte, um die Portfoliostruktur zu diversifizieren und die Abhängigkeit vom zinstragenden Geschäft zu reduzieren.

Dabei handelt es sich verstärkt um Investitionen in Sachwerte und sachwertnahe Engagements. Um Risiken breit zu streuen und auch in der Zukunft nachhaltige Renditen zu erzielen, legt die Pensionskasse in hohem Maße auch in bebaute Grundstücke an. Es handelt sich hierbei überwiegend um gewerblich genutzte Flächen. Insbesondere der Prozess der Kapitalanlage unterliegt einer kontinuierlichen Überwachung, diese beinhaltet unter anderem das laufende Reporting.

Risikobewertung und -steuerung

Die Pensionskasse der Genossenschaftsorganisation VVaG hat bereits im Jahr 2003 ein Risikomanagement implementiert. Dieses wurde laufend, zuletzt an die Anforderungen des § 26 VAG und die von der Aufsichtsbehörde im Rundschreiben 11/2017 (VA) erläuterten Regelungen angepasst. Das Unternehmen wird u.a. über eine kontinuierliche und marktfähige Erwirtschaftung von Überschüssen gesteuert, da deren Erzielung auch für die dauerhafte Erfüllbarkeit einer angemessenen Ausstattung mit Eigenmitteln erforderlich ist.

Die Risikostrategie

der Pensionskasse geht von der Grundposition aus, dass das dem Unternehmen zur Verfügung stehende Risikobudget nicht überschritten werden darf. Das Risikobudget wird auf die einzelnen Risikokategorien entsprechend ihrem Anteil am Gesamtrisiko aufgeteilt. Hieraus werden Limits für die einzelnen Risikokategorien abgeleitet.

Die identifizierten Einzelrisiken werden in den folgenden Risikokategorien zusammengefasst:


Das auf die Pensionskasse zugeschnittene Risikomanagementsystem

gewährleistet effizientes Arbeiten bei der Identifikation und Bewertung der Risiken, sowie bei der Kommunikation und Berichterstattung. Bestandsgefährdenden Risiken wird durch deren rechtzeitiges Erkennen und das Ergreifen angemessener Maßnahmen entgegengewirkt. Die Einschätzung, Steuerung und Kalibrierung der Risikotragfähigkeit erfolgt durch Sensitivitätsanalysen, Stresstestberechnungen und Prognoserechnungen. Vorrangiges Ziel ist es weiterhin, die Risiken der künftigen Entwicklung so zu steuern, dass die bestehenden und künftigen Verpflichtungen sowie die aufsichtsrechtlichen Solvabilitätsanforderungen erfüllt werden und die Erfüllbarkeit der Versicherungsverträge unter Berücksichtigung der vorhandenen Risikotragfähigkeit und Risikovorgaben gegeben ist.

Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken im Sinne von ESG

Die Investitionen der Pensionskasse sollen aber nicht nur sicher und attraktiv für die Versicherten sein, sondern auch einen wertvollen und nachhaltigen Beitrag für die Gesellschaft leisten. Ethisch geprägte Grundwerte, die der Pensionskasse vor rd. 50 Jahren von ihren bayerischen Gründern quasi „mit in die Wiege gelegt“ wurden, prägen noch heute das Handeln. Neudeutsch spricht man mittlerweile von sogenanntem ESG-konformem investieren.

Das E steht dabei für Environmental, also dem umweltbewussten Investieren, das S für Social, also einem sozial verantwortlichen Investieren und das G für Governance, also dem Einhalten von Recht und Gesetz im Rahmen des Investmentprozesses. Aber was bedeutet das konkret?

Als soziale Einrichtung im Sinne des § 5 Körperschaftssteuergesetz schließt die Pensionskasse spekulatives Investieren in Rohstoffe und Lebensmittel aus. Es darf nicht sein, dass Finanzinvestoren durch das Einwirken auf Angebot und Nachfrage negativen Einfluss auf Preise von Rohstoffen und Lebensmittel nehmen. Hierzu zählt selbstverständlich auch Investitionen in Trinkwasser. Die Pensionskasse sieht bei diesen lebensnotwendigen „Investitionsgütern“ vielmehr den Staat in seiner hoheitlichen Verantwortung zur Sicherung der Daseinsvorsorge seiner Bürger in der Pflicht. Als Teil der genossenschaftlichen Familie fühlt sich die Pensionskasse aber auch den Grundwerten von Genossenschaften verpflichtet.

Gemeinsam, davon ist sie überzeugt, lassen sich Ziele besser erreichen, auch die Versorgung der genossenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und deren Hinterbliebenen. Dies setzt aber einen fairen und ehrlichen Umgang mit allen Geschäftspartnern voraus, auch im Rahmen der Kapitalanlage. Die Pensionskasse achtet darauf, dass sie keine Anleihen von Staaten zeichnet, die sich nicht an die UN-Menschenrechtscharta halten, in denen es somit wiederholt zu schwerwiegenden Verstößen gegen die Menschenrechte kommt. Aus dem gleichen Grund ist es ihr Ziel, nicht in Unternehmen zu investieren, die sich nachweislich nicht gesetzeskonform verhalten oder im begründeten Verdacht stehen (bei außereuropäischen Unternehmen reicht uns bereits ein Verdacht aus, um nicht zu investieren), in Menschen-, illegalen Waffen- oder Drogenhandel bzw. in illegale Pornografie oder illegales Glücksspiel verwickelt zu sein. Die Pensionskasse definiert sich aber nicht nur durch Investitionsbeschränkungen bzw. -ausschlüssen. Ihr Anlagefokus richtet sich schon seit Jahren danach aus, sozial- und umweltverträgliche Investitionen zu bevorzugen. Insofern werden zukünftig auch alle Investitionsentscheidungen vor dem Hintergrund der ESG-Konformität diskutiert.

Offenlegungsverordnung

Erklärung zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken gemäß Verordnung (EU) Nr. 2019/2088 (Offenlegungsverordnung)

(ab 10. März 2021)

Strategien für den Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken

Die Pensionskasse der Genossenschaftsorganisation VVaG hat bereits die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten in ihrer Kapitalanlagestrategie vorgesehen. In unserer oben genannten „Erklärung zu den Grundsätzen der Anlagepolitik gemäß § 234 i VAG“, ist unsere Gesamtstrategie definiert. Die Pensionskasse überprüft die veröffentlichten Informationen und stellt sicher, dass diese stets auf dem aktuellen Stand sind.

Unsere ethisch geprägten Grundwerte wirken sich seit unserer Gründung vor rd. 50 Jahren auf unser Handeln aus. Ergänzt um die Impulse aus dem Management von Nachhaltigkeitsrisiken setzen wir uns dem Prozess des ESG-konformen Investierens aus. Als soziale Einrichtung im Sinne des § 5 Körperschaftssteuergesetz schließen wir spekulatives Investieren in Rohstoffe und Lebensmittel aus. Wir zählen hierzu selbstverständlich auch spekulative Investitionen in Trinkwasser. Wir achten darauf, dass wir keine Anleihen von Staaten zeichnen, die sich nicht an die UN-Menschenrechtscharta halten, in denen es somit wiederholt zu schwerwiegenden Verstößen gegen die Menschenrechte kommt. Aus dem gleichen Grund ist es unser Ziel, nicht in Unternehmen zu investieren, die sich nachweislich nicht gesetzeskonform verhalten oder im begründeten Verdacht stehen (bei außereuropäischen Unternehmen reicht uns bereits ein Verdacht aus, um nicht zu investieren), in Menschen-, illegalen Waffen- oder Drogenhandel bzw. in illegale Pornografie oder in illegales Glücksspiel verwickelt zu sein. Wir definieren uns aber nicht nur durch Investitionsbeschränkungen bzw. -ausschlüssen. Unser Anlagefokus richtet sich schon seit Jahren danach aus, sozial- und umweltverträgliche Investitionen zu bevorzugen. Insofern diskutieren wir zukünftig auch alle Investitionsentscheidungen vor dem Hintergrund der ESG-Konformität.

Aufgrund der Größe der Pensionskasse (Zahl der Mitarbeiter < 500) und aus Gründen der Verhältnismäßigkeit (Proportionalität) kann die Pensionskasse gemäß Artikel 4 Absatz 1 b) der Offenlegungsverordnung eventuell auftretende negative Auswirkungen auf Nachhaltigkeitsfaktoren bei ihren Investitionsentscheidungen nur bedingt berücksichtigen. In gleicher Weise können, die in dem Entwurf für die technischen Regulierungsstandards der europäischen Aufsichtsbehörde geforderten Vorgaben an die Überprüfung entsprechender Einflüsse auf die Nachhaltigkeit bei allen Anlageentscheidungen von der Pensionskasse nur bedingt eingehalten werden. Die vorhandenen Möglichkeiten und die generelle Komplexität der Kapitalanlagenstruktur lassen eine ganzheitliche Umsetzung der geforderten Standards insofern nicht zu, zumal diese in der EU-Taxonomie auch noch nicht final definiert sind. Ferner gilt dies auch für die unmittelbare Kontrolle der Vorgaben der technischen Standards im Rahmen der extern vergebenen Mandate.

Vergütungspolitik im Zusammenhang mit Nachhaltigkeitsrisiken

Auch die Struktur für die Vergütung von Geschäftsleitung und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter berücksichtigt den Grundsatz der Nachhaltigkeit. Das Vergütungssystem orientiert sich nicht an kurzfristigen Unternehmenszielen, da für die Pensionskasse eine langfristig durchdachte Unternehmensentwicklung von entscheidender Bedeutung ist. Sie zieht diese auch einer kurzfristigen Gewinnoptimierung vor. Die gezahlte Vergütung ist neutral in Bezug auf die Einbeziehung von Nachhaltigkeitsrisiken, es sind keine Anreize vorhanden, die das Eingehen von Nachhaltigkeitsrisiken unterstützen würden.